In Zusammenarbeit mit leistungsfähigen chemischen und mikrobiologischen Labors bieten wir die Untersuchung von Schimmelpilzbelastungen in Innenräumen und die Begutachtung der Befunde mit gesundheitlicher Bewertung. Unsere Gutachten zeigen den Handlungsbedarf auf.
Wir planen und überwachen Schimmelpilzsanierungen, kontrollieren den ausführenden Gewerbebetrieb und nehmen danach eine Erfolgskontrolle vor. Schadstoffbelastung → hier
Schimmelpilze (umgangssprachlich: Schimmel) kommen in der Natur weit verbreitet vor und sind in der Regel harmlos.
Übersteigt die Konzentration an Schimmelpilzen (Schimmelpilzanzahl pro Kubikmeter) ein unbedenkliches Maß, kommt es bei betroffenen Menschen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Besonders empfindlich und deshalb besonders gefährdet sind Kinder, gesundheitlich geschwächte Personen (Kranke, ältere Menschen) und Allergiker.
Wegen der Komplexität der Schimmelpilzproblematik ist bei dem aktuellen medizinischen Wissensstand keine ursächlich begründete Ableitung von Bewertungskriterien für die gesundheitliche Belastung durch Schimmelpilze in Innenräumen möglich.
Deshalb kann nur der Grundsatz der Minimierung von Schimmelpilzbelastungen verfolgt werden.
Bei einer deutlich statistisch nachweisbaren Erhöhung der Belastung durch Schimmelpilze (Gesamtkonzentration und/oder Verschiebung des Artenspektrums) im Innenraum im Vergleich zum allgemeinen Hintergrundwert (oft Außenluft) ist eine zusätzliche Quelle im Innenraum vorhanden. Schimmelpilzquellen sind zu ermitteln und zu beseitigen.
Gesundheitlich Beeinträchtigungen bei Menschen durch Schimmelpilze in Innenräumen können sein: Reizungen der Augen und Atemwege, Atemwegserkrankungen, Müdigkeit und Gliederschmerzen, Allergien.
Schimmelpilze wirken gesundheitsbeeinträchtigend durch
• allergische Reaktionen, die von der Art der Schimmelpilzsporen und der betroffenen Person abhängen
• toxische Wirkungen von Zellbestandteilen und abgegebenen Giften (Mykotoxine)
• Infektion, besonders bei immungeschwächten Menschen.
Zudem verursachen Schimmelpilze Geruchsbelästigung.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen können von lebensfähigen (keimfähigen) Schimmelpilzsporen, aber auch von abgestorbenen (nicht keimfähigen) Schimmelpilzsporen ausgehen.
Die Prof. Dr. Macholz Umweltprojekte GmbH arbeitet deshalb mit den Umweltmykologen (Berlin) und der terracon Laboratorium für Umwelt- und Pestizidanalytik GmbH (Jüterbog) zusammen.
Es kommen unterschiedliche Untersuchungsverfahren zur Anwendung, die der jeweiligen Problemstellung angemessen sind. In der Regel ist zur Aufstellung eines fachlich fundierten Untersuchungsplans ein Besichtigungstermin mit Bestandaufnahme erforderlich.
Zumeist werden Kurzzeitmessungen (Luftkeimsammlung durch Impaktion und/oder Filtration; Gesamtsporenuntersuchung) vorgenommen, es erfolgen Kultivierungen auf DG-18-Agar und Malzextrakt, es sind Doppelbestimmungen notwendig und die Belastung der Außenluft ist vergleichsweise zu erfassen. Grundsätzlich sind die Schimmelpilzarten zu identifizieren.
Chemische Untersuchungen auf Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze in der Raumluft (mikrobielle flüchtige organische Chemikalien, engl. abgekürzt: MVOC) können auch alte Schimmelschäden oder abgestorbene Schimmelpilze nachweisen.
Die Bestimmung der MVOC kann beim Ausspüren verdeckter Schimmelpilzquellen in Innenräumen helfen.
MVOC sind selbst nicht in den in Innenräumen vorkommenden Konzentrationen gesundheitlich bedenklich. Geruchsbelästigungen durch MVOC sind jedoch möglich, da die Geruchsschwellen einiger MVOC im unteren µg/m³ -Bereich liegen. MVOC sind für den muffig bzw. pilzähnlichen Geruch in schimmelpilzbelasteten Räumen verantwortlich.
Untersucht wird auf die besonders aussagekräftigen Indikatoren 1-Octen-3-ol, 3-Octanon, 2-Methylfuran,
3-Methyl-1-butanol und Dimethyldisulfid.
Auch die Konzentrationen an 1-Propanol, 2-Pentanol, Dimethylsulfid, Dimethylsulfoxid, 3-Methylfuran,
2-Pentylfuran, 2-Methyl-1-propanol, 2-Methyl-1-butanol, Ethyl-2-methylbutyrat, 2-Hexanon, 2-Heptanon,
3-Octanol, sec-Butylmethylether, Methyl-iso-pentenylether,
2-Pentylfuran, endo-Borneol {(+)- und/oder (-)-Borneol}, trans-ß-Farnesen und Geosmin lassen Aussagen zum Schimmelbefall zu. Bei der Bewertung von MVOC-Messungen im Innenraum ist zu bedenken, dass nicht alle erfassten Verbindungen auch tatsächlich mikrobieller Herkunft sein müssen und auch anderer Quellen haben können. Bestimmte aliphatische Alkohole werden auch als technische Lösemittel und Desinfektionsmittel genutzt. Andere Substanzen aus der Gruppe der MVOC kommen auch als Zwischenprodukte der Maillard-Reaktion (Bräunung von Eiweiß in Gegenwart von Zuckern – z. B. bei Bratkartoffeln), Verbrennungsprozessen von Haut/Fleisch (z. B. Lasereinsatz in der Medizin), bei der Autoxidation von Fetten (Ranzigwerden) und in Schweinefleisch vor.
Schimmelpilze bilden u. U. auf unterschiedlichen Materialen unterschiedliche MVOC, so dass eine Zuordnung bestimmter MVOC zu bestimmten Spezies problematisch ist.
Das Auftreten bestimmter MVOC ist an das Vorkommen lebender Mikroorganismen gebunden, während dies bei anderen MVOC nicht der Fall ist. Bei sogenannten „inaktiven“ Schäden, wo nichtlebensfähige Mikroorganismen quantitativ überwiegen, wird häufig nur wenig oder kein 3-Methylfuran nachgewiesen, während 1-Octen-3-ol noch lange Zeit nach Absterben der Mikroorganismen in erhöhten Mengen nachweisbar ist. Das Mengenverhältnis zweier Substanzen kann also Auskunft über das Alter oder die Qualität des Schadens geben.
Der Nachweis von MVOC ist folglich ein Hinweis auf eine mögliche Schimmelpilzbelastung, aber kein immer eindeutiger und schon gar nicht ein alleiniger Beweis dafür. Nur wenn mehrere Indikatoren erhöht vorkommen, weist dies auf Schimmelbefall hin.
Für MVOC gibt es weder Richtwerte noch Grenzwerte. MVOC werden auf Grundlage von Erfahrungswerten beurteilt.
Wenn bei Untersuchungen Schimmelpilzquellen erkannt werden, muss der Ursache für den Schimmelpilzbefall nachgegangen werden.
Bei Bedarf sind fachgerechte Sanierungsmaßnahmen durch einen Handwerksbetrieb vorzunehmen, der dafür nachweislich Erfahrungen besitzt. Dabei sollte der Einsatz von schimmelpilzhemmenden oder –abtötenden Chemikalien zurückhaltend erfolgen, weil auch hierdurch in ungünstigen Fällen gesundheitliche Beeinträchtigungen (besonders bei Allergikern) nicht auszuschließen sind.


